Mi 01.02.12 /

20:00 /

n+1 – die Eleganz des Intellektuellen

Messiashaft wurde das Erscheinen der Zeitschrift n+1 in den USA 2004 gefeiert: Scharfsinnig, wütend und erfrischend arrogant brachte man hier den literarischen Essay als kritische Form gegen eine durch kontinuierliche Reizüberflutung abgeschliffene Mainstream-Kultur in Stellung. Zwischen Irakkrieg und Brooklyn-Hipster, Reality-TV und Occupy-Bewegung gab eskaum ein relevantes Phänomen, das in n+1 nicht zum Gegenstand einer ebenso klugen wie engagierten Auseinandersetzung werden konnte. Treibende Kraft hinter vieler dieser Debatten: Mark Greif, Herausgeber von n+1, der „neue Star der linksintellektuellen Szene New Yorks“ (Spiegel) und „einer der schärfsten Denker seiner Generation“ (Spex). Mit einer Reihe von Veröffentlichungen („Bluescreen“, „Hipster“, „Rappen lernen“) hat Greif in jüngster Zeit auch hierzulande auf sich aufmerksam gemacht. Um die scheinbare Leerstelle, die er auszufüllen scheint, nämlich die „diffuse Sehnsucht nach politischem Engagement“ (Niklas Maak, FAS), wird es an diesem Abend ebenso gehen wie um das Politische in der Musik, in der Mode und im zeitgenössischen Essay. Was hat es auf sich mit dem Verhältnis vom Schreiben und Handeln angesichts von Slogans wie „We are the 99 percent“?
Begleitet wird Greif an diesem Abend von dem Musikjournalisten Tobias Rapp, der 2009 mit „Lost and Sound“ einen vielbeachteten Erfahrungsbericht über die Berliner Technokultur verfasst und zudem Greifs Textsammlung über das Modephänomen „Hipster“ um eine deutsche Perspektive erweitert hat. Zwischen New York und Berlin, Pop und Politik, Trend und Nostalgie reichen also die Verbindungslinien einer Diskussion, die auch darauf abzielt, den intellektuellen Anspruch der Kulturkritik zu verteidigen – nicht zuletzt gegen den wiederkehrenden Vorwurf des Elitären. Wobei: „Es ist nicht schwer, als Elite zu gelten, wenn das halbe Land nicht lesen kann.“ (n+1)
Die Diskussion findet in englischer Sprache statt.
Moderation: Benjamin Seibel
Eintritt 6 Euro/ermäßigt 4 Euro